Testung auf Antikörper gegen das Coronavirus Sars-CoV-2

 

In unserer Praxis können Sie sich auf das Vorhandensein von Antikörpern gegen das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen. Dazu ist lediglich eine einfache Blutentnahme nötig, deren Ergebnis in der Regel nach ca. zwei Werktagen vorliegt.

 

Zu beachten ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass die bisher verfügbaren Antikörpertests noch eine gewisse Ungenauigkeit in Bezug auf positive Testergebnisse haben. So liegt der sogenannte positive Vorhersagewert des in unserem Labor verwendeten Testsystems (Euroimmun-ELISA) bei 90 %. Das bedeutet, dass von zehn positiv Getesteten einer falsch positiv ist, sich also womöglich in falscher Sicherheit wiegt, was die Immunität gegen die Erkrankung Covid-19 anbelangt.

 

Folgende Informationen gibt unser kooperierendes Labor (Labor Becker & Kollegen) zu diesem Thema:

  • IgA- und IgM-Antikörper sind zu unspezifisch, um eine diagnostische Aussagekraft zu haben, der Nachweis ist von der Abrechnung nach EBM ausgeschlossen und wird in unserem Labor nicht durchgeführt.
  • Um eine Vergleichbarkeit innerhalb der bereits angelaufenen Münchener Kohortenstudie zu gewährleisten, führen wir diese mit dem Euroimmun-ELISA (Anti-Spike-IgG) fort. Aktuell prüfen wir fortlaufend Testsysteme, die Antikörper gegen andere Virus-Proteine (Anti-Nucleocapsid-IgG) nachweisen, auf ihre Vergleichbarkeit.
  • Die Spezifität wird für Tests auf Basis der Spike-Proteine (z.B. Firma Euroimmun) mit ca. 98,5% angegeben, die Sensitivität mit ca. 80% 10 Tage nach Symptombeginn.
  • Tests auf Basis des Nucleocapsids haben nach publizierten Studien (z.B. Firma Abbott) bzw. Herstellerangaben (z.B. Firma Roche) noch höhere Spezifitäten (bis zu 99,9%) bei einer Sensitivität von bis zu 97% (14 Tage nach Symptombeginn bzw. PCR-Bestätigung). Angaben zur Schwere der Erkrankung bei den eingeschlossenen Patienten fehlen dabei.
  • Unter Berücksichtigung der noch geringen Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung liegt der positive Vorhersagewert (PPV) beim IgG-Nachweis im besten Falle bei ca. 90% – eins von zehn positiven Testergebnissen ist also selbst bei höchster in Studien gemessener Spezifität falsch positiv und das Ergebnis damit für den einzelnen Getesteten nicht aussagekräftig. In einzelnen Untersuchungskollektiven (z.B. bei oder nach Ausbruchsgeschehen in Familien, Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Altenpflege) kann die Prävalenz deutlich höher liegen, dann steigt der PPV, der negative Vorhersagewert (NPV) sinkt aber. Es ist wichtig, die Testergebnisse richtig einzuordnen, um korrekte Rückschlüsse zu ziehen.
  • Auch die wichtige Frage, ob die nachgewiesenen Antikörper vor erneuter Erkrankung schützen, kann nicht abschließend beantwortet werden. Viele Beobachtungen sprechen jedoch dafür, dass zumindest ein partieller Schutz vor erneuter Infektion besteht und der Krankheitsverlauf bei einer erneuten Infektion milder ist.

 

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